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Gemmotherapie

 

Der Begriff Gemmotherapie leitet sich aus dem lateinischen Wort gemma ab und bedeutet sowohl Knopf, Knospe, als auch der Edelstein am Ende des Handgriffs eines Schwertes.

Die pflanzliche Gemmotherapie verwendet Knospen samt den Vegetationspunkten, Triebspitzen, jungen Schösslingen und wachsenden Wurzelfasern. Dies sind Gewebe, welche sich in der Zellteilung befinden. Sie werden in frischem Zustand unmittelbar nach der Ernte durch Mazeration in einer Mischung aus Wasser, Alkohol und Glycerin nach den Vorschriften der französischen Pharmakopoe zubereitet.

Die embryonären pflanzlichen Gewebe (Knospen, junge Triebe...) beinhalten die gesamte Kraft und Information der späteren adulten Pflanze. Sie enthalten mehr Nukleinsäuren (genetische Information) als die anderen Gewebe, zudem Wachstumshormone (Auxine, Gibberelline), Vitamine, Spurenelemente und Mineralien.

Der gemmotherapeutische Extrakt stellt ein wahrhaftes Konzentrat an Informationen dar. Er enthält das vollständige Potential der Pflanze, aus welcher die Knospe entspringt. Die Gemmotherapie nutzt das gesamte Potential der Pflanze in ihrer embryonären Form.

Die einzelnen Zubereitungen werden traditionell als Einzelmittel eingenommen. Die meisten Therapeuten bestehen auch heute noch auf dieser Darreichungform., wenngleich zunehmend Mischungen unterschiedlicher Gemmotherapeutika entwickelt werden.

Die ursprüngliche Darreichungsform einer 10fachen Verdünnung des Muttermazerats (D1) wird zusehens durch die direkte Gabe des Muttermazerats ersetzt. Der Vorteil liegt letztlich auf der Hand. Müssen bei der D1-Verdünnung (die nicht dynamisiert ist) täglich etwa 3x50 Tropfen eingenommen werden, was eine nicht unerhebliche Alkoholzufuhr insbesondere für Kinder und Schwangerne beinhaltet, entsprechen dies lediglich 3x5 Tropfen des Muttermazerats.

Wie wende ich nun Gemmotherapeutika an? Die homöopathische Schule setzt sie in erster Linie als sogenannte Drainagemittel ein. Gemmotherapeutike wirken nicht nur drainierend auf Organe und Toxine , sondern beheben auch enzymatische Störungen des Retikulo-Histiozytären Systems. Ihre Wirkung geht also viel tiefer, erstreckt sich jedoch als Drainagemittel eingesetzt nur auf einen begrenzten biologischen Bereich und oft nur für einen eingeschränkten Zeitraum.

Zur Drainage werden Gemmotherapeutika niedriger dosiert. Man verschreibt in der Regel 1/2 bis 2/3 der üblichen Dosis.

Drainage des arteriellen Systems: Cercis siliquastrum, Cornus sanguinea, Olea europea, Populus nigra.

des kardialen Systems: Cornus sanguinea, Crataegus oxyacantha, Syringa vulgaris, Zea mais.

des zerebro-vaskulären Systems: Alnus glutinosa, Olea europea.

des lymphatischen Systems: Abies pectinata, Juglans regia, Vitis vinifera.

des biliären Systems: Acer campestris, Fraxinus excelsior, Rosmarinus officinalis.

des Dickdarms: Vaccinium vitis idaea, Rubus fructicosus.

des Dünndarms: Vaccinium vitis idaea, Juglans regia.

der Nebenniere: Ribes nigrum, Quercus peduncolata.

der Haut: Cedrus libani, Ulmus campestris, Platanus orientalis.

des Magens: Ficus carica, Alnus glutinosa.

der Leber: Rosmarinus officinalis, Juniperus communis, Corylus avellana, Secale cereale.

des Immunsystems: Juglans regia, Rosa canina, Prunus spinosa, Quercus peduncolata gemme, Vitis vinifera.

des metabolischen Systems: Betula verrucosa, Fraxinus excelsior, Rosmarinus officinalis, Acer campestris, Prunus spinosa, Juniperus communis, Morus nigra.

des osteo-artikulären Systems: Betula verrucosa, Pinus montana, Vitis vinifera, Ampelopsis weitchi.

des Pankreas: Juglans regia, Morus nigra.

der Niere: Fagus sylvatica, Juniperus communis.

der Prostata: Sequoia gigantea, Vaccinium vitis idaea.

der Lunge: Carpinus betulus, Corylus avellana, Viburnum lantana.

des retikulo endothelialen Systems: Betula pubescens e verrucosa gemme, Quercus peduncolata, Vaccinium vitis idaea.

der Milz: Tamarix gallica, Juglans regia.

der Schilddrüse: Cornus sanguinea, Rosa canina, Viburnum lantana.

des Uterus: Alnus incana, Rubus fructicosus, Rubus idaeus, Vaccinium vitis idaea.

der Keimdrüsen: Sequoia gigantea, Quercus peduncolata.

des venösen Systems: Aesculus hippocastanum, Castanea vesca, Sorbus domestica.

 

Die Verwendung von Gemmotherapeutika nach empirisch gewonnen Indikationen fusst vor allem auf Arbeiten der französischen Schule, die im wesentlichen vertreten wird von Max Tetau, Claude Bergeret, O. André Julian und Henri Lernout.

Einige ausgewählte Indikationen (nach Tetau): die Dosis gilt für das Muttermazerat; in der 1D-Dosierung sollte die 10fache Menge gegegeben werden

 

Arthrose:

morgens Pinus montana 5-8gtt

mittags Ribes nigrum 5-8gtt

abends Vitis vinifera 5-8gtt

 

Osteoporose:

morgens Vaccinium vitis idea 8gtt

mittags Rubus fructicosus 8gtt

abends Sequoia gigantea 8gtt

 

Schlaflosigkeit:

vor dem Schlafen Tilia tormentosa 8gtt

 

Rhino-Pharyngitis des Kindes:

morgens Rosa canina 4gtt

abends Ribes nigrum 4gtt

 

Asthma:

mittags Ribes nigrum 5gtt

abends Viburnum lantana 5gtt

 

Gastritis:

morgens Ficus carica 8gtt

mittags Ribes nigrum 8gtt

vor dem Schlafen Tilia tormentosa 8gtt

 

 

Hypercholesterinämie:

morgens Olea europaea 5-10gtt

abends Juniperus communis 5-10gtt

 

Rezidivierender Herpes:

im Wechsel an einem Tag Ulmus campestre 5gtt

am anderen Tag Rosa canina 5gtt

 

Basisbehandlung einer Allergie:

morgens Ribes nigrum 8gtt

mittags Fagus sylvatica 5gtt

abends Rosmarinus 5gtt

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